Erneut möchte ich auf die fantastischen Bücher einer ebenso fantastischen Autorin aufmerksam machen: Felicity Green. Sie vermochte es bereits, mich mit den Highland-Hexen-Krimis und den Violet-Grave-Mystery-Thrillern in ihren Bann zu ziehen. Als die Ankündigung einer neuen Buchreihe folgte, stiegen Spannung und Vorfreude meinerseits ins Unermessliche.
Im Frühjahr 2025 war es dann endlich soweit – am 21. März erschien der erste Band Geister im Visier. Und wieder war ich von der ersten Zeile an süchtig. Immerhin vereint die Geschichte zwei meiner liebsten Themen: Mysteriöse Kriminalfälle und Magie. Einen ausführlichen Einblick in Geister im Visier, sowie meine erste Einschätzung, könnt ihr hier nachlesen. Inzwischen sind zwei weitere Bände erschienen, die ebenso fesselnd sind, wie der Einstieg der Reihe.
Band 2: Spuk im Rampenlicht
Liv Grantham, geborene Seven, gewöhnt sich allmählich an die Fähigkeiten, die ihr inne wohnen. Doch nicht nur Liv hat eine besondere Gabe; alle Frauen in ihrer Familie verfügen über eine jeweils andere. Liv kommuniziert mittels ihrer Kamera mit Geistern, ihre Tante ist hellsichtig und ihre Cousine spricht mit Büchern. Außerdem hat Liv zwei Töchter, von denen die eine mit Tieren reden und die andere Gedanken lesen kann. So viel vorweg…
Inzwischen haben sich Liv und ihre Töchter im alten Cottage ihrer verstorbenen Großtante in Fairwyck eingelebt und in der Liebe geht es ebenfalls wieder bergauf. Stundenweise arbeitet Liv als Putzkraft, während sie nebenher gemeinsam mit ihrer Freundin Ellie ein jahrelang leerstehendes Theater wieder aufbauen will.

Gerüchten zufolge ist das Theater verflucht und es spukt darin. Die beiden Frauen setzen jedoch alles auf eine Karte, als sich ihnen eine Gelegenheit bietet, die sie nicht ausschlagen können. Eine Schauspielgruppe aus der Nähe braucht ein Theater – Liv und Ellie haben eines und könnten die Einnahmen der Aufführung gut für die Renovierungsarbeiten gebrauchen. Doch bereits die Proben stehen unter keinem guten Stern. Spätestens mit dem tragischen Ableben der Hauptdarstellerin wird klar: Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu.
Neben einem offensichtlich freundlichen Geist hat es eine böse Präsenz auf die Menschen im Theater abgesehen. Dahinter lauert eine verzwickte und gleichsam tragische Geschichte. Liv bleibt nichts anderes übrig, als eigene Ermittlungen anzustellen, denn die Polizei ist auf der vollkommen falschen Fährte. Dabei wird es für Liv und ihre Familie wirklich gefährlich.
Jederzeit konnte ein Geist neben mir sitzen und mich anstarren, ohne dass ich es wusste – es sei denn, ich fing ihn zufällig mit der Kamera ein.
Band 3: Blitz und Bann
Gerade als Liv Grantham denkt, alles laufe endlich in geregelten Bahnen, kommt es richtig dicke. Wenngleich ihr ihre Gabe noch immer nicht ganz geheuer ist, so hat sie sie inzwischen akzeptiert. Immerhin kann Liv damit viel Gutes bewirken und nicht nur den Toten, sondern auch den Lebenden helfen. Die Arbeiten am Theater schreiten voran; Liv hat eine tolle Beziehung und ihren Kindern geht es prächtig. Doch irgendetwas oder irgendjemand lauert in den Schatten.

Schon seit geraumer Zeit hat Liv das Gefühl, ständig ihren betrügerischen Ex zu sehen. Das kann eigentlich nicht sein. Oder doch? Sie weiß schließlich nicht, wo der Flüchtige sich gerade aufhält. Dann verschwindet auch noch ein paranormaler Ermittler auf höchst seltsame Weise und ihre Tante verhält sich äußerst merkwürdig. Während die einen verschwinden, tauchen andere plötzlich und ungebeten auf und drohen ihr alles wegzunehmen, was sie sich mühsam aufgebaut hat. Liv weiß irgendwann nicht mehr, wem sie noch trauen kann – nicht einmal mehr sich selbst. Sie befindet sich in einem absoluten Chaos aus Lügen und Heimlichkeiten – sie ist am Ende ihrer Kräfte. Haben die Geister etwas damit zu tun? Wird sich alles aufklären?
Wir Seven-Frauen müssen zusammenhalten.
– Gina
Fazit:
So weinerlich ich die Hauptprotagonistin im ersten Band stellenweise noch wahrgenommen habe – mit jedem weiteren lässt dieses Gefühl nach. Zum einen, weil ihre Situation mehrfach aussichtslos erscheint und sie dennoch Durchhaltevermögen und Stärke zeigt. Zum anderen liegt es schlicht und ergreifend an Felicity Greens Schreibstil. Keine hochtrabenden, verschachtelten Sätze und Dialoge, über die man beim Lesen geradezu hinwegfliegt, lassen die Leserschaft mitten in die Geschichte eintauchen – ohne dabei jedoch plump zu wirken.
Der Autorin gelingt es durchweg die Emotionen so zu vermitteln, dass man als Leserin einfach helfen möchte oder zumindest mitfiebert und sich fragt: „(Wie) Schafft sie das?“ Immer, wenn man meint Gewissheit zu haben, was gerade vor sich geht, belehrt Felicity Green eines Besseren. So ist bis zum Schluss unklar, wie die jeweilige Geschichte ausgehen wird. Was jedoch glasklar ist – ich bleibe dran. Das Ende von Blitz und Bann impliziert nämlich eine weitere Fortsetzung. Da der letzte Band jedoch erst Ende Mai dieses Jahres erschienen ist, kann das noch ein bisschen dauern. Zum Glück sind interessante Bücher keine Mangelware in meinem Leben. 😉
Bewertung:
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