Film- und Serienempfehlungen: Juli 2021

Filme&Serien_Juli (c) woods of voices

Im Juli ist wieder für alle etwas dabei. Ob düster oder dramatisch, historisch oder brandaktuell, spannend, geheimnisvoll oder komisch – hier kommen Groß und Klein auf ihre Kosten.

Netflix

Blacklist

Zuallererst das Wichtigste: Das Warten hat ein Ende! Nachdem die siebte Staffel wegen dem bösen C-Wort verkürzt und die letzte Folge deshalb teilweise als Comic umgesetzt wurde geht es am Dienstag, den 20. Juli endlich weiter mit The Blacklist. 🥳

Da ich selbstverständlich niemanden spoilern möchte, der diese großartige und ultra spannende Serie (aus welchen Gründen aus immer) noch nicht gesehen hat, gibt es an dieser Stelle keinen Staffel-Rückblick, sondern eine allgemeine Inhaltsangabe zum Plot. Vielleicht fühlt sich danach ja doch noch jemand zum anschauen verleitet.

Raymond „Red“ Reddingtons ist ein ehemaliger Offizier und Regierungsagent, zudem einer der meistgesuchten Schwerverbrecher der Welt.
Eines Tages gelingt es dem FBI ihn tatsächlich festzusetzen. Pures Kalkül! Warum? Weil er’s kann! Beim Versuch ihn zu vernehmen, bietet Reddington – genial wie er ist – dem FBI einen Deal an: Er wird reden, sogar bei der Suche von anderen Verbrechern und Terroristen helfen. Im Gegenzug verlangt er ausdrücklich nach der jungen Agentin Elizabeth Keen, denn nur mit ihr wird er zusammenarbeiten. Doch weshalb ausgerechnet mit ihr? Was verbindet die beiden? Und ist Reddington wirklich der, der er vorgibt zu sein?
So viele Fragen… Und glaubt mir, es werden nicht weniger. Jedes Mal, wenn man denkt, es klärt sich endlich etwas auf – BOOM! Ein neues Problem. Eine essentielle Frage (ich verrate nicht welche) bleibt auch nach Staffel sieben noch unbeantwortet und das, obwohl sie bereits seit der ersten wie eine ständige Regenwolke über allem schwebt.

Nun hoffe ich auf Aufklärung in Staffel acht. Da jedoch bereits eine neunte bestellt ist – was mich außerordentlich freut – beschleicht mich die vage Vermutung, dass das Katz und Maus-Spiel andauern wird. Eigentlich möchte ich ja auch nicht, dass es irgendwann endet, denn ganz ehrlich? Ich liebe dieses ausgebuffte Schlitzohr Red! Ein Teufelskerl mit Stil. 😉

Völlig zurecht ist Blacklist eine der beliebtesten Action-Crime-Serien der letzten Jahre und einer der größten Hits bei Netflix.
Diese Perle eignet sich übrigens hervorragend zum bingen. Daher zum Schluss vielleicht noch ein kleiner Sicherheitshinweis: Achtung, kann süchtig machen!

Anmerkung: Lasst euch nicht von Datum und Sender irritieren. Das ist der beste deutschsprachige Trailer, den ich gefunden habe.

Die Köchin von Castamar

Es ist ein offenes Geheimnis: Ich hab eine ausgesprochene Schwäche für historische Liebesdramen. Schließlich braucht jede(r) hin und wieder etwas Romantik im Leben.
Kaum jemand versteht sich so gut auf große (zuweilen übertriebene) Gefühlsduseleien wie die Spanier. Nach Grand Hotel, Die Telefonistinnen und High Seas hab ich nun das nächste mitreißende Seriendrama aus Spanien für mich entdeckt: Die Köchin von Castamar (Originaltitel: La cocinera de Castamar) läuft seit dem 9. Juli auf Netflix.

Madrid 1720: Nach dem Tod ihres Vaters leidet Clara Belmonte unter einer Angststörung, die sie daran hindert nach draußen zu gehen (Agoaphobie). Im Hause des großmütigen Herzogs von Castamar findet sie eine Anstellung als Köchin. Besagter Herzog befindet sich zu dieser Zeit noch in Trauer um seine verstorbene schwangere Frau. Schon bald wirft er ein Auge auf die neue Köchin. Da beide einen Verlust betrauern, haben sie schnell einen Draht zueinander. Wegen der Standesunterschiede kommt eine Liebesbeziehung nicht in Frage. Herzog Diego soll schnellstens wieder verheiratet werden, um die Zukunft Castamars zu sichern. Derweil spinnt im Hintergrund jemand böswillige Intrigen, um Diego und alles, was ihm lieb und teuer ist zu vernichten – dazu gehört auch Clara.

Und das ist nur die Haupthandlung! Der Alltag auf Castamar ist so vollgepackt mit Dramen, dass es wirklich schwer fällt, nicht alle 12 Folgen in einem Rutsch durchzuschauen. Ernsthaft: Jede Folge endet mit einem Cliffhanger, der bei mir schiere Aufregung hervorgerufen hat, sodass ausschalten quasi unmöglich war.
Für Fans von Downton Abbey (Anzeige), Reign, The Tudors (Anzeige), Versailles (Anzeige) – und wie sie nicht alle heißen – ist Die Köchin von Castamar eine glasklare Empfehlung!

Anmerkung: Hierzu gibt es leider keinen deutschen Trailer. Daher muss der Einfachheit halber vorerst die englische Vertonung herhalten – auch wenn ich diese recht befremdlich finde.

Weitere Empfehlungen:

  • Black Spot: In dem kleinen Ort Villefranche passieren sechsmal so viele Morde, wie im Rest der Region. Es liegt abgelegen und ist von mehreren Hektar Wald umgeben, weshalb man sich hier in einem Funkloch befindet. Daher auch der Originaltitel Zone Blanche (zu deutsch: „weiße Region“; steht für Funkloch). Polizeichefin Major Laurène Weiss (die 20 Jahre zuvor entführt worden war) und ihr Team versuchen, die Verbrechen aufzuklären. Vor allem Laurène begibt sich dabei immer tiefer in den Wald und stößt auf düstere Geheimnisse, welche allesamt mit der alten, keltischen Mythologie in Verbindung stehen. Eine Krimi-Thrillerserie, die auch noch keltisch beeinflusst ist, musste ich mir natürlich anschauen. Wie konnte das nur an mir vorbeigehen? Immerhin ist die aktuellste, zweite Staffel bereits von 2019. Bisher sieht es auch leider nicht so aus, als ob bald eine dritte Staffel folgen wird. Dennoch: Unterschwellige Spannung, offene Kritik an Korruption und Umweltverschmutzung, Brutalität in ihrer reinsten Form und mythologischer Hintergrund – all das macht Black Spot nicht nur zum Geheimtipp, sondern zu einer sicheren Empfehlung.
  • Sexify: Gibt es eine Formel für den weiblichen Orgasmus? Und kann man dafür eine App entwickeln? Nun ja, es ist zumindest einen Versuch wert. Blöd nur, wenn die Erfahrungen auf diesem Gebiet gleich Null sind. Die sexuell unerfahrene Studentin Natalia holt sich deshalb Hilfe von ihrer sehr freizügigen und aktiven Nachbarin Monika und ihrer frustrierten (etwas verklemmten) besten Freundin Paulina. Allein die Idee und der Plot versprechen amüsante Momente. Davon hat die polnische Produktion definitiv einige. Doch auch der Tiefgang kommt nicht zu kurz. Nebenbei: Egal was ich schreibe, in dem Kontext klingt alles zweideutig schlüpfrig. Also bemühe ich mich gar nicht erst. 😜 Wie dem auch sei: Sexify verbreitet eine gewisse Leichtigkeit – auch da die Folgen recht kurzweilig sind. Es enttabuisiert, räumt mit Vorurteilen auf und hält den ein oder anderen Aha-Moment parat. Daher meine Empfehlung: Anschauen, amüsieren und nebenbei noch etwas dazulernen! Das gilt auch für die Herren der Schöpfung! 😉
  • Trolljäger: Das Erwachen der Titanen: Jetzt aber auch mal was für das kindliche Gemüt! Die Trolljäger sind wieder unterwegs. Gut gegen Böse, Magie und sogar Außerirdische – die Geschichten aus Arcadia sind alles, nur nicht langweilig. Bisher als Serie konzipiert, soll Das Erwachen der Titanen nun den endgültigen filmischen Abschluss der Saga bilden. Wem all das bisher noch kein Begriff ist – lasst euch gesagt sein: Ihr habt etwas verpasst und solltet das schnellstens nachholen! Alles beginnt mit Trolljäger, geht mit 3 von oben weiter und mündet in Die Zauberer. Ich war schon ein wenig traurig, als die abenteuerliche Reise zu Ende war. Umso schöner, dass am 21. Juli noch eine Zugabe folgt.

Prime

Der geheime Garten

Der Kinder- und Jugendroman (Anzeige) von Frances Hodgson Burnett (Erstveröffentlichung: 1911) wurde mittlerweile einige Male verfilmt und so immer wieder etwas abgewandelt. Die Eckpfeiler der Geschichte sind jedoch gleich geblieben.

Mary Lennox ist in Indien aufgewachsen, wo sie von ihren Eltern nur wenig Aufmerksamkeit und Liebe erfuhr. Von ihren Dienern – besonders von ihrer Aja (Kindermädchen) – ist sie jedoch nach Strich und Faden verwöhnt worden. Entsprechend verzogen und unausstehlich ist Mary, als sie nach England kommt. Der Grund hierfür variiert je nach Darstellung: In der aktuellen Version von 2020 verstarb ihre Mutter (wahrscheinlich an Melancholie), ihr Vater und die Bediensteten sind auf mysteriöse Weise verschwunden (offenbar während der Unruhen in Indien 1947 verschleppt).

In jedem Fall ist Mary eine Waise und soll fortan bei ihrem Onkel, Sir Archibald Craven (Colin Firth), im englischen Hochmoor leben. Da dieser alles andere als nahbar ist, muss Mary sich allein beschäftigen. Auf ihren Erkundungstouren entdeckt sie einen verschlossenen, geheimen Garten, welcher einst von ihrer (ebenfalls verstorbenen) Tante angelegt wurde. Zusammen mit Dickon (dem Bruder von Hausmädchen Martha) kümmert sie sich um den Garten, sowie einen herrenlosen Hund, der darin lebt.
Zudem hört sie des nachts immer wieder Klagerufe. Als sie diesen nachgeht, findet sie ihren – angeblich todkranken – Cousin Colin vor. Diesem fehlt eigentlich nur ein wenig frische Luft und Bewegung. Daher beschließt Mary, mit ihm in den Garten zu gehen. In der neuen Verfilmung hat dieser geheime Ort obendrein wahrlich magische Fähigkeiten.

Auch wenn ich den Film von 1993 (Anzeige) sehr liebe (nicht zuletzt da die grandiose Maggie Smith mit von der Partie ist), so ist die Neuverfilmung definitiv ein magisches und bewegendes Abenteuer. Zugegeben: Ich war zunächst sehr skeptisch. Letztendlich haben mich Trailer und Colin Firth (Allein seinetwegen muss ein Film schon gut sein!) neugierig gemacht. Nun ist Der geheime Garten (Anzeige) kein Blockbuster. Vielmehr ist es ein schöner Familienfilm mit Märchencharakter, der zeigt, dass Trauer und Verlust überwunden werden können, wenn man nur die richtigen Menschen an seiner Seite hat – und ein Fünkchen Magie. 😉

Disney+

Die geheime Benedict-Gesellschaft

Eine mysteriöse Notlage, ein Exzentriker und seine sonderbaren Gehilfen, sowie vier Kinder mit speziellen Fähigkeiten. Klingt vielversprechend? Ist es auch.

In einem Auswahlverfahren der besonderen Art – angeblich geht es um eine Elite-Schule für Begabte – werden vier Waisenkinder mit einzigartigen Begabungen rekrutiert. Die Glücklichen: Raynie, Sticky, Kate und Constance. Schnell müssen sie feststellen, dass es sich hierbei keineswegs um eine Schule handelt – zumindest vorerst. Sie landen in einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die Verschwörung hinter der sogenannten „Notlage“ aufzudecken. Angeführt wird diese Organisation von dem etwas schrulligen, narkoleptischen, jedoch hochintelligenten und liebenswerten Mr. Benedict. Dieser schleust die vier Kinder in ein Internat ein, welches er als Ursprung der Verschwörung ausmacht.
Weitestgehend auf sich gestellt, müssen Raynie, Sticky, Kate und Constance ihren Platz an der Schule finden, ohne entlarvt zu werden – ein gefährliches Unterfangen. Jedoch können nur sie die Notlage aufhalten.

Nicht nur die Geschichte selbst ist äußerst spannend erzählt. Auch die Dynamik zwischen den einzelnen Charakteren ist sehr interessant – vor allem wenn die Kinder wirklich als Team zusammenarbeiten. Jede Figur hat ihr ganz eigenes Schicksal und ist dadurch etwas eigen. Genau das macht – zumindest die „gute Seite“ – aber auch extrem sympathisch und sorgt für allerlei Überraschungen und Staunen.

Schon als im Mai der Trailer zur neuen Disney-Serie erschien, war ich höchst angetan. Wer etwas für Die Insel der besonderen Kinder oder The Umbrella Academy (wobei dies ja weniger kindgerecht ist) übrig hat, kommt hier sicher auf seine Kosten. Die geheime Benedict-Gesellschaft ist zwar weniger übernatürlich, doch nicht minder verblüffend und mindestens genauso spannend. Premiere feierte die Serie am 25. Juni mit einer Doppelfolge und seit dem 2. Juli gibt es jeden Freitag eine weitere. Fünf von insgesamt acht Folgen sind bereits verfügbar.
Ich jedenfalls freue mich derzeit jede Woche auf neue Abenteuer mit Mr. Benedict und seinen talentierten Helfern.

Weitere Empfehlungen:

  • Monster bei der Arbeit: Fans von der Monster AG aufgepasst! Seit dem 7. Juli wird auch als Serie erschreckt – besser gesagt gelacht. Nachdem, dank Sulley und Mike, festgestellt wurde, dass man mit Kinderlachen viel mehr Energie sammeln kann, als mit Schreien, wird die Monster AG umstrukturiert. Blöd nur, dass Tylor Tuskmon gerade seinen Abschluss als bester Schrecker seines Jahrgangs an der Monster Uni gemacht hat. Entsprechend groß ist die Verwirrung an seinem ersten Arbeitstag. Okay, zeitweise ist das bunte Treiben etwas anstrengend, aber für Kids allemal ein prächtiger Spaß!
  • X-Men: Dark Phoenix: Habe ich bereits erwähnt, dass ich ein großer X-Men-Fan bin? Ich meine, ja! Allen, denen es ähnlich geht, sei hiermit verkündet (wenn sie es nicht schon mitbekommen haben), dass X-Men: Dark Phoenix ab dem 23. Juli bei Disney+ im Stream verfügbar ist. Also: Knabberzeug bereitstellen und auf eine weitere Reise ins Marvel-Universum freuen!